Jetzt gelangen wir zu dem Herzstück der OKR-Methode, die vielen Menschen Kopfzerbrechen...

Key Results im Detail

Jetzt wird es ernst. Key Results sind das Herzstück von OKR – und der Teil, der vielen Menschen Kopfzerbrechen bereitet. Auch erfahrene Führungskräfte kämpfen mit der Formulierung. Das ist normal. Aber nach diesem Kapitel werden Sie wissen, worauf es ankommt.

Das Key-Result im Deteail

Das Key-Result im Deteail

Key Results sind der messbare Teil von OKR. Während das Objective eine Geschichte aus der Zukunft erzählt, beantworten Key Results die harte Frage: Woran erkennen wir, dass wir dort ankommen?

Andrew Grove, der Erfinder von OKR, sagte einmal: “Für mich gibt es eigentlich nur zwei Antworten: erreicht oder nicht erreicht.” Das klingt hart. Aber genau diese Klarheit macht Key Results so wertvoll. Kein “fast geschafft”. Kein “eigentlich ganz gut”. Sondern: Ja oder Nein.

Was macht ein gutes Key Result aus?

Ein Key Result ist ein quantitatives Ziel. Es macht das Objective messbar – durch Zahlen, Prozente, Zeiträume. Während das Objective inspiriert, liefert das Key Result den Beweis.

Gute Key Results haben fünf Eigenschaften:

Outcome-orientiert – Ein Key Result misst Wirkung, nicht Aktivität. Nicht “Wir haben 12 Workshops durchgeführt”, sondern “85% der Teilnehmenden wenden das Gelernte im Alltag an”. Der Workshop ist der Output. Die Verhaltensänderung ist der Outcome. In der Verwaltung heißt das: Messen Sie nicht, was Sie tun. Messen Sie, was sich dadurch verändert.

Fortlaufend messbar – Sie müssen jederzeit wissen, wo Sie stehen. Nicht erst am Ende des Quartals. Ein gutes Key Result lässt sich wöchentlich oder mindestens zweiwöchentlich überprüfen. Wenn Sie erst nach 90 Tagen feststellen, dass Sie vom Kurs abgekommen sind, ist es zu spät.

Akzeptiert vom Team – Key Results, die von oben verordnet werden, scheitern. Das Team muss die Messgröße verstehen, beeinflussen können und für sinnvoll halten. Fragen Sie: Würden wir dieses Key Result auch verfolgen, wenn niemand hinschaut?

Ambitioniert, aber realistisch – Ein gutes Key Result liegt außerhalb der Komfortzone, aber innerhalb des Möglichen. Zu leicht? Dann fehlt die Motivation. Zu schwer? Dann fehlt die Hoffnung. Die Faustregel: 70% Zielerreichung sollte ein guter Wert sein.

Zeitgebunden – Key Results haben dasselbe Verfallsdatum wie ihr Objective: üblicherweise 90 Tage. Diese Frist ist kein Zufall. Sie ist lang genug, um echte Veränderung zu bewirken. Und kurz genug, um den Fokus zu halten.

Was Key Results NICHT sind

Key Results sind keine To-Do-Listen. “Konzept erstellen”, “Meeting durchführen”, “Entscheidung treffen” – das sind Aufgaben, keine Ergebnisse. Ein Key Result beschreibt den Zustand nach getaner Arbeit, nicht die Arbeit selbst.

Key Results sind keine Ja-Nein-Fragen. “Website ist live” klingt messbar, ist aber binär. Entweder 0% oder 100%. Das verhindert Lernen. Besser: “60% der Zielgruppe nutzen die neue Website für ihren Antrag.”

Key Results sind nicht voneinander abhängig. Wenn Key Result 2 nur erreicht werden kann, nachdem Key Result 1 erledigt ist, haben Sie eine Aufgabenliste geschrieben – kein OKR-Set.

Der Unterschied zur freien Wirtschaft

Die Verwaltung leistet. Sie verkauft nicht. Das verändert, wie wir Wirkung messen.

In der freien Wirtschaft dreht sich vieles um Umsatz, Conversion, Marktanteil. In der Verwaltung geht es um Leistung für Bürgerinnen und Bürger. Das macht Key Results nicht einfacher – aber anders.

Gute Key Results für die Verwaltung messen:

  • Digitalisierung: “Der Anteil der online abgeschlossenen Bürgerservices (Ende-zu-Ende) ist von 12% auf 30% gestiegen.”

  • Personal: “Die durchschnittliche Besetzungsdauer offener Stellen ist von 120 auf 85 Tage gesunken.”

  • Finanzen: “Der Anteil der Haushaltsanträge, die digital und ohne Medienbruch bearbeitet werden, ist von 25% auf 55% gestiegen.”

Drei Beispiele. Drei Muster. Alle messen Veränderung. Alle sind aus der Zukunft formuliert. Alle zeigen: So sieht Erfolg aus.

Die Kernfrage

Bevor Sie ein Key Result formulieren, stellen Sie sich eine Frage: Verändert dieses Key Result die Realität? Wenn ja, können Sie daraus lernen. Wenn nein, messen Sie nur Beschäftigung.

Key Results sind keine Buchhaltung. Sie sind Hypothesen. “Wir glauben, dass X zu Y führt. Und wir messen Y, um zu prüfen, ob wir recht hatten.”

Das macht Key Results anspruchsvoll. Und das macht sie wertvoll.