Sie haben eine Idee für den Einsatz von KI in der Telefonzuentrale. Die Lösung hat einen großen Nutzen und würde die Zentrale deutlich entlasten. Doch die Idee versandet. Wir haben dafür im Haushalt kein Geld und nächstes Jahr sieht es noch schlechter aus. Aus die Maus.

Dabei hätte eine einfache Berechnung der Digitalen Rendite gezeigt, dass einem geringem Invest ein großer Nutzen gegenübersteht. Die Verwaltung spart einen 6-Stelligen Betrag und der Nutzen zeigt sich für Bürger und Mitarbeiter ganz deutlich.

Ergebnis einer Renditeberechnung

Das Dilemma: In Nordrhein-Westfalen stecken 2026 bereits 89 von 396 Kommunen in der Haushaltssicherung, bis 2029 könnte es mehr als jede zweite sein 1. Und strukturell ausgeglichen ist kaum noch ein Haushalt. Alles, was keinen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leistet, fällt dann schnell hinten runter.

Der Clou: Jede Kommune ist angehalten, Investitionen wirtschaftlich zu bewerten. In der Praxis findet eine solide Bewertung von Investitionen kaum statt. Es scheint zu aufwändig. Also werden Kosten und ein allgemein beschriebener Nutzen bewertet. Dabei ist die Berechnung der digitalen Rendite eine große Chance.

Was ist die Digitale Rendite überhaupt?

Die Antwort ist einfach: Die Digitale Rendite ist der Nutzen aus der Umsetzung eines Digitalisierungsvorhabens. In der Regel wird der Nutzen in einen qualitativen und quantitativen Teil aufgeschlüsselt.

Im quantitativen Teil messen wir Kosten und Nutzen der Maßnahme bezogen auf einen Zeitraum in Euro.

Im qualitativen Teil schauen wir auf den Nutzen nach Innen für Mitarbeiter und Verwaltung und den Nutzen nach außen für die Zusammenarbeit mit Bürgern, Unternehmen und anderen Behörden.

Qualitative Bewertung der digitalen Rendite

Die klassische Wirtschaftlichkeitsbewertung ist aufwändig. Sie müssen mit der Kapitalwertmethode ein finanzielles Modell aufstellen und für die Qualitäten einen komplizierten Fragebogen. Aber es geht auch viel einfacher. Dazu später mehr.

Warum ist die Ermittlung der Digitalen Rendite sinnvoll?

Hier sind sechs Gründe, warum eine Wirtschaftlichkeitsbewertung sinnvoll ist:

  1. Klare Szenarien: Eine Wirtschaftlichkeitsbewertung stellt den Status Quo immer in Verbindung mit einem oder mehreren Veränderungsszenarien. Gute Entscheidungsvorlagen sprechen zudem eine klare Empfehlung für ein Szenario aus. Die Entscheidung wird einfacher.
  2. Finanzielle Bewertung: Die finanzielle Bewertung erfolgt über einen Zeitraum und nicht nur für das aktuelle Haushaltsjahr. Dabei werden Kosten und Einsparungen in Bezug gesetzt.
  3. Das Personal ist der Hebel: Die öffentliche Verwaltung steht vor einem Wendepunkt. Die Boomer gehen in den Ruhestand. Nicht jede Stelle muss nachbesetzt werden. Ich kann mit der Digitalen Rendite gegen den bekannten Weggang von Mitarbeitern planen.
  4. Qualitativer und strategischer Nutzen: Eine Entlastung der Mitarbeiter, hohe Zufriedenheit bei Bürgern und Unternehmen, eine reibungslose Zusammenarbeit mit anderen Behörden. All das sind große Vorteile, die strukturiert dargestellt und ausgewiesen werden können.
  5. Belastbare Entscheidungen: Entscheidungen lassen sich anhand von Zahlen, Daten und Fakten schneller treffen. Klare Szenarien, klare Empfehlungen führen zu Beschlüssen. Ich habe das positiv erlebt, beispielsweise bei einem Kunden, bei dem die Frage des IT-Betriebs lange diskutiert wurde. Wir haben die Szenarien mit Zahlen aufgezeigt. Danach ging die Entscheidung durch.
  6. Mit Blick auf die Nothaushalte: Die Digitalisierung kann einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten. Wenn dieser ausgewiesen werden kann, kommen wir weiter.

Was wäre, wenn die Digitale Rendite auf Knopfdruck zu berechnen wäre?

Was wäre, wenn alles ganz einfach wäre? Was wäre, wenn die komplizierten und aufwändigen Dinge auf Knopfdruck berechnet wären, anhand von gerade einmal 9 Fragen?

Dann würde bei jeder Entscheidung schnell eine Wirtschaftlichkeitsbewertung gemacht werden. Auch wenn diese überschlägig wäre, könnten bessere Entscheidungen getroffen werden. Douglas Hubbard zeigt in seinem Buch “How to Measure Anything”, dass schon wenige Daten zu einer deutlich besseren Entscheidung führen. Selbst mit einer 60–70%-Bewertung aus einer einfachen Renditeberechnung haben Sie eine gute Grundlage für eine belastbare Entscheidung.

Lasst uns alle mehr bewerten

Lasst uns das Thema in die Breite bringen. Lasst uns Spaß daran haben, Dinge nach einem einfachen Schema zu bewerten und gute Entscheidungen zu treffen.

Ich arbeite mit der KAAW an einer Lösung. Haben Sie eine Idee, die gerade versandet? Dann rechnen wir sie gemeinsam durch, mit Ihren Daten.