Jedem Unternehmen eine gute Vision - Ein Gastbeitrag von Ursula Radtka

„Unternehmen mit einer wohlformulierten Vision sind erfolgreicher als ihre Mitbewerber ohne eine Vision“, so lese ich es in den Weiten des Internets. Was ist eine gute Vision, die dem Unternehmen zum Erfolg verhilft? Gibt es ein Rezept zum Nachkochen? Schauen wir es uns an.

So soll es sein

Hinter einer Vision steckt oft ein Visionär. Er oder auch sie hat eine Vorstellung von der Zukunft, kann diese klar formulieren und andere dafür begeistern und mitreißen. Klingt toll und die Früchte einer echten „visionären“ Vision sind sicher die allerschmackeligsten. Hier sind ein paar Beispiele für gute Unternehmensvisionen:

IKEA: „Den Menschen einen besseren Alltag schaffen.“

Microsoft: „Ein Computer auf jedem Schreibtisch und in jedem Haus“

Wikipedia: „Eine Welt, in der jeder einzelne Mensch freien Anteil an der Gesamtheit des Wissens hat.“

Von der Wurzel hängt alles ab

Aber ist mein Unternehmen automatisch erfolgreicher, weil es eine Vision hat? Sicher nicht. Es kommt auf die Vision an. Denn nur aus einer klar- und wohlformulierten echten Vision kann die beste Mission und die beste Strategie und die beste Kaskade von nachfolgenden Schritten folgen. Eine gute Vision hat eine Bedeutung, eine Relevanz, sie ist die Wurzel Ihres Erfolges.

Großes Kopfkino gefällig?

Eine Vision ist ein Zukunftsbild einer erstrebenswerten Zukunft. Urteilen Sie selbst, ob eine Vision, in der monetäre Vorstellungen formuliert werden, eine Vision ist. „Wir bleiben oder werden Marktführer“, „wir steigern unseren Umsatz“. Geld, Marktanteile, Bekanntheit sollten keine Inspiration für eine Vision sein. Eine Vision ist mehr und muss mehr sein.

Drei Anforderungen an eine Vision:

  • sie verbessert die jetzige Situation der Menschen/ Kunden (echter Mehrwert)
  • sie löst Emotionen aus (nicht nur bei den Mitarbeitern des Unternehmens)
  • sie erzeugt großes Kopfkino

Sind die drei Punkte erfüllt, hat die Vision zwangsläufig einen echten Mehrwert für das Unternehmen.

Vision-Quest?

Haben Sie keinen Visionär, der Ihnen die Vision auf einem Silbertablett serviert? Haben Sie noch gar keine Vision für Ihr Unternehmen? Sehen Sie in Ihrer Vision noch Luft nach oben? Genügt Ihre Vision den oben genannten Punkten nicht? Dann gönnen Sie sich eine (neue) Vision.

Es reicht kein mittelmäßiger Workshop mit den üblichen Verdächtigen, um eine gute Vision zu finden. Sonst hätten sie keinen Bedarf für eine Neue. Sie sollten sich auf die Suche machen. Laden Sie doch Ihre Mitarbeiter ein, an der Vision mitzuarbeiten. Setzen Sie auf die richtigen Zutaten, eine kleine Gruppe von 7 bis 11 kreativen Köpfen, querbeet durch das Unternehmen verteilt.

Ich sage es jetzt hart: Laden Sie die Jasager und Claqueure NICHT ein.

Ein erfahrener Moderator wird Ihnen gute Dienste leisten, vom Auffinden der Kreativen, einsetzen der Kreativtechniken, bis zum Einhalten der Anforderungen. Reflektieren Sie über die jetzige Vision, den jetzigen Status und die jetzigen Ziele und Nichtziele des Unternehmens. Spinnen Sie ein wenig herum. Purzelt eine inspirierende Vision heraus? Wunderbar.

Wenn nicht, was ist jetzt die Zauberzutat?

„Eine Pause du machen sollst“, sagt Yoda. Ja, Sie haben richtig gelesen. Machen Sie eine Pause von ein paar Tagen, mindestens über ein Wochenende. Gute Visionen lassen sich in der Regel nicht in ein paar Stunden geballten Workshops herauskitzeln. Wie so manche gute Idee kommt der entscheidende Einfall vielleicht beim Duschen. Dann setzen sie den Workshop fort, sortieren die Ideen, eine Prise Geist, ein Löffelchen Glück. Viel Erfolg.

Meine Vision ist

… dass jedes Unternehmen eine Vision hat, die ihren Namen verdient und es für die Menschen / Kunden eine Freude ist, wenn diese Vision in Erfüllung geht.

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