Ich würde gerne führen, aber mir fehlt die Zeit!


Ich würde gerne führen, aber mir fehlt einfach die Zeit

Ich habe letztens eine Auswertung zum Führungsverhalten einer Firma gesehen und war über einen Punkt verblüfft: Ein Großteil der Führungskräfte gab an, dass ihnen Zeit zur Führung fehlte. Sie würden sich wirklich gerne mehr um ihre Mitarbeiter kümmern, aber die Rahmenbedingungen lassen es nicht zu.

Zur selben Zeit twitterte der Agile Coach und mein Papst für einladungsbasierende Führung, Alexander Krause, folgendes:

Ich selbst war lange Führungskraft und muss eingestehen, dass es auch bei mir Situationen gab, in denen scheinbar die Zeit für meine Mitarbeiter fehlte. Gründe gab es ausreichend: Ausschreibungen, Intervention in Krisen, Meetings, was weiß ich.

Aber war das wirklich so? Ich denke, dass bei Lichte betrachtet das Argument der fehlenden Zeit eine Ausrede ist. Wenn ich Führungskraft bin und mir fehlt die Zeit, dann habe ich eine aktive Entscheidung gegen meine vornehmlichste Aufgabe, der Führungsarbeit, getroffen. Ich habe mich bewußt entschieden, meine Zeit für andere Aufgaben einzusetzen. In der Realität habe ich keine Organisation und keine Firma kennengelernt, in der es mir faktisch unmöglich war, Zeit zur Führungsarbeit aufzuwenden. Selbst in heftigen Krisen war das immer möglich.

Es ist aber so: Die aktive Entscheidung gegen das Tagesgeschäft und für die Mitarbeiter ist nicht einfach. Es gibt Erwartungshalten der Führungsetage, es gibt antrainierte Verhaltensweisen als Manager und ab und an erliegt man der Verlockung, die Dinge mal eben selbst erledigen zu wollen.

Führungsstärke bedeutet, die innere Stärke zu haben, solche Erwartungshaltungen etwas entgegenzusetzen. Und für diese innere Stärke gibt es ein schönes Wort aus der Psychologie: die Resilienz.

Die besten Ausreden gegen Führungsarbeit

Nadja Petranovskaja hat kurz nach dem Schreiben meines Textes weitere Ausreden für Führungskräfte publiziert. Ihre Hitliste möchte ich nicht vorenthalten:

Danke, Nadja

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