Respekt für das, was ist!

Im Jahre 2004 habe ich im Rahmen eines Großprojektes mit daran gearbeitet, eine bestehende unreife Software von 100 Nutzern auf 30.000 Nutzern zu skalieren. Das bestehende Fundament der Software war nicht für diese Form der Skalierung ausgelegt.

Ein gewagtes Unterfangen …

Schlimmer noch, es gab im Basismodul noch offensichtliche Mängel, dennoch wurde das System seit einiger Zeit produktiv eingesetzt. Ich war zu diesem Zeitpunkt unglücklich mit der Situation.

Ich sprach mit einem erfahrenen Projektleiter eines großen IT-Dienstleisters über diesen Umstand und erwartete von ihm scharfe Kritik.

Aber er reagierte ganz anders.

André, ich habe einen großen Respekt für Produkte, die vom Kunden genutzt und eingesetzt werden.

Dieser Satz war für mich wichtig und wirkte wie ein Befreiungsschlag. Statt die bestehende Arbeit, trotz ihrer offensichtlichen Mängel, in Grund und Boden zu verdammen, zeigte er Respekt und Wertschätzung. Nicht nur vor einem IT-System, sondern auch für die Menschen, die daran mitgearbeitet haben. Dieser Respekt ermöglichte eine sehr gute Zusammenarbeit und Veränderung der Arbeitsweise.

Respekt für das, was ist

Und das gilt für jede Form der Veränderung. Der Respekt vor den bestehenden Arbeitsweisen ist die Basis für eine erfolgreiche Veränderung. Das heißt nicht, dass alles einfach gutgeheißen und der Status quo rationalisiert wird.

Es heißt aber, dass im bestehenden System schon ganz viel richtig gemacht wird und die Kunst der Verbesserung in der gezielten und empirisch belegten Veränderung besteht.

Daher ist mein Gedankenblitz heute zum Thema Veränderung folgender:

  1. Schaue und wertschätze, was ist.
  2. Schaffe Freiräume zur Verbesserung.
  3. Entscheide anhand von messbaren Kriterien, welches eine Ding verbessert werden muss und setze die Verbesserung um.

Veränderung kann einfach sein, nicht wahr?

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