Training from the Back of the Room - Jetzt erst recht!

Vor einigen Jahren bin ich auf das Buch Training from the Back of the Room von Sharon L. Bowman 1 gestoßen. Ich war sofort begeistert. Den ihr Konzept von “Training from the Back of the Room (TBR)” oder auf Deutsch, “Trainieren aus dem Hintergrund des Raumes”, erinnert mich an die ursprüngliche agile Idee.

Was passiert, wenn gute Dinge ständig gemacht werden?

Viele Ideen der agilen Welt wurden durch eine einfache Frage ausgelöst: Was passiert eigentlich, wenn alle Praktiken, die zu guten Ergebnissen führen, maximiert werden?

Für die Entwicklung von Software waren das Fragen, wie:

  • Wenn testen gut ist, was passiert, wenn immer getestet wird?
  • Wenn Kommunikation mit dem Kunden wichtig ist, was passiert, wenn jederzeit mit dem Kunden gesprochen werden kann?
  • Wenn die Lieferung kleiner Funktionspakete gut ist, was passiert, wenn kontinuierlich kleinste Funktionen geliefert werden?

So ähnlich muss auch Sharon L. Bowman vorgegangen sein, als sie ihr Konzept TBR entwickelte. So hat auch Sharon sich die Frage gestellt, was passiert, wenn sie alle Dinge, die lerndidaktisch erwiesenermaßen, kompromisslos umsetzt?

"Was passiert, wenn ich alle Dinge, die lerndidaktisch gut sind, kompromisslos umsetze?"

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Lerndidaktisch bedeutet es: Trainer und Schüler müssen ihre Rollen tauschen

Die Antwort auf diese Frage wird dich vielleicht verblüffen. Es passiert etwas Eigenartiges: Die Rollen werden getauscht, der Trainer wird zum Schüler und die Schüler werden zum Trainer.

Es ist nachgewiesen, dass die Qualität des Lernens mit der praktischen Umsetzung des Gelernten durch die Schülerin oder den Schüler steigt. Und wenn die Schülerin oder der Schüler das Gelernte wiederum anderen Schülern beibringt, entstehen ungewöhnliche Aha-Effekte. Ich mache das selbst unbewusst oft genauso. Die beste Art etwas neues Wissen zu erwerben, ist entweder die Weitergabe an andere Menschen oder die konkrete Umsetzung für ein neues Projekt

Gutes Training findet vor dem Training statt

Damit das Konzept von Sharon funktioniert, gibt es erhebliche Unterschiede zu einem klassischen Training;

  • Ein Training from the Back of the Room erfordert eine ungleich größere Vorbereitungszeit durch den Trainer für Lerntische, Interaktionen und Materialien.
  • Die Anzahl der Lerninhalte wird zugunsten der Qualität gesenkt. Als Schüler lernst du mit ungewohnter Tiefe die Dinge, die dir in deiner Arbeit Nutzen bringen.
  • Die Vermittlung von Fakten erfolgt in dosierten Einheiten, zugunsten der Arbeit der Teilnehmer mit dem Gelernten. Oft ist es sogar so, dass reine Fakten anhand von Materialien durch die Schüler selbst recherchiert werden.

So ein Training ist interaktiv und intensiv. Eigentlich erinnert ein gut gemachtes Training from the Back of the Room an einen Abenteuerspielplatz. Es gilt neues auszuprobieren, vieles zu erleben und neues zu entdecken. Alle haben einfach einfach nur Spaß.

Training from the Back of the Room goes Online

(c) Julian Kea (KI Learning)

Obwohl ich seit Jahren Konzepte des TBR-Trainings nutze, freute ich mich riesig darüber, dass der Trainer-Experte Julian Kea2 das Konzept von Training of the Back of the Room zusammen mit Sharon L. Bowman konsequent in die Online-Welt3 übersetzt hat. Julian ist richtig gut und ich freue mich sehr, bald sein Wissen in meinen Trainings nutzen zu können.

Welche Trainings haben bei dir Eindruck hinterlassen?

Jetzt bist du dran. Welche Trainings haben bei dir Eindruck hinterlassen? Was war für dich verblüffend oder vielleicht sogar eine kleine Offenbarung? Vielleicht schreibst du einen kleinen Kommentar hier in den Blog oder auf den sozialen Medien. Ich und alle Leser würden sich sehr freuen.


  1. Bald gibt es das Buch zu Training from the Back of the Room auch auf Deutsch: https://www.amazon.de/Training-Back-Room-Trainings-schaffen/dp/3864908086 ↩︎

  2. Webseite von Julian Kea: https://www.kilearning.net ↩︎

  3. Hier ist der Link zum Training von Julian Kea: Link zur Veranstaltung von Julian. ↩︎

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